Motivation

Seit Monaten differenziert sich Bautzen in der Öffentlichkeit nach „Links“ und nach „Rechts“.  Man fühlt sich fast schon gezwungen eine Position zu beziehen und die andere zu verteufeln.

Gleichzeitig gibt es Strömungen in Bautzen, die von sich behaupten neutral zu sein, nur um im nächsten Halbsatz doch wieder eindeutig Position zu beziehen, oder aber extreme Meinungen unwidersprochen stehen lassen.

Ein „konservativ, aber kritisch zum rechten Rand“, oder ein „alternativ, aber kritisch zum linken Rand“ nehmen wir, mal abgesehen von privaten Gesprächen, eher selten wahr.

In dieser Gemengelage wird leider auch schon seit Monaten Wand für Wand durch hetzende, beleidigende und politische Schmierereien verschandelt.

Bautzen lässt sich dadurch nach außen erneut durch die politischen Ränder unwidersprochen (dauerhaft) repräsentieren, was einem alteingesessenem Bautzner übel aufstoßen lässt. Und auch „Zugezogene“ sind zuweilen irritiert, dass dieser den öffentlichen Raum verschandelnden „Kommunikation“ nicht deutlicher durch konsequentes Entfernen widersprochen wird.

Auch wir als Initiatoren sind nicht neutral, sondern haben zu aktuellen politischen Fragen eine klare Meinung, welche innerhalb des Teams nicht automatisch gleich ist. Das äußert sich unweigerlich in unseren Beiträgen und in den Kommentaren zu den Bildern.

Die Basis und auch der eigene Anspruch ist dennoch eine neutrale Dokumentation der „Sprühereien“ in Bautzen.

Allerdings haben wir schon zu viel schöne Street-Art im Leben gesehen, um diese Form der künstlerischen Ausdrucksweise abzulehnen. Kultur braucht Freiraum – natürlich legale Freiräume. Nach unserem Verständnis nutzen die Schmierer zwar das gleiche Werkzeug, haben aber sonst nichts miteinander gemein.

In diesem Kontext ist der Begriff „Street-Kotze“ entstanden.

Er ist auf den ersten Blick recht derb, trifft aber genau das Gefühl, welches wir beim Anblick so mancher Fassade in Bautzen empfinden.

Langfristiges Ziel des Projektes ist es den Diskurs, der in der Stadtbevölkerung geführt wird, in eine andere Richtung zu lenken. Verfolgt man die Medienberichterstattung, so erzürnen vor allem die „Schmierereien“ die Gemüter der Stadtbevölkerung. Unsere Hoffnung ist, dass nach dem Verschwinden dieser eine Diskussion über das dahinterstehende Gedankengut geführt wird!